Jugendschutz, Kino, Filme, FSK - Ratgeber

 

Wie alt muss ich bei welcher Jugendfreigabe sein,
um einen Film sehen zu dürfen?

Gibt es die Möglichkeit, wenn man jünger ist, dennoch mit einem
Erziehungsberechtigten diesen Film im Kino oder Zuhause sehen zu können?

Worin sind die jeweiligen Alterseinstufungen der FSK begründet? Warum darf ich einen Film (im Kino) erst ab einem gewissen Alter sehen und warum nicht?

 

Letzte Aktualisierung:
22.11.2016

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Jugendschutz, Kino, Filme, FSK - Ratgeber
Wann darf ich einen Film als Jugendlicher sehen?

Unabhängig von den Aufenthaltszeiten in der Öffentlichkeit bei öffentlichen Filmveranstaltungen gilt für alle Jugendliche:

Jugendschutz Kino

Jugendliche, die 15 Jahre alt (oder jünger) sind, dürfen einen ab 16 freigegebenen Film nicht besuchen, selbst dann nicht, wenn beide Elternteile anwesend sind. Auch nicht mit einer Einverständniserklärung der Eltern dürfen sie im Kino den Film sehen. Dasselbe versteht sich auch für 17-jährige (oder jünger) bei Filmen ab 18 als auch für 11-jährige (oder jünger) bei Filmen ab 12.   Es existiert nur eine Sonderregelung: Kindern ab 6 Jahren ist es erlaubt, Filme mit der Einstufung "FSK ab 12" zu konsumieren, sofern ein Elternteil (keine autorisierte Person, sondern Mutter oder Vater) zugegen ist.

 

Altersgruppen und Aufenthalt in der Öffentlichkeit - hier: im Kino

0 - unter 6 Jahre
Kinobesucher im Alter von bis zu 6 Jahren müssen grundsätzlich und zu jeder Uhrzeit von einer erziehungsberechtigten* Person zur Vorführung begleitet werden.

6 - 13 Jahre
Besucher zwischen 6 und 13 Jahren dürfen sich bis 20 Uhr selbstständig im Kino aufhalten. Die Anwesenheit bei später endenden Vorstellungen ist nur in Begleitung eines erwachsenen Erziehungsberechtigten* zulässig.

14 - 15 Jahre
Jugendlichen im Alter von 14 und 15 Jahren ist ein eigenverantwortlicher Kinoaufenthalt bis 22 Uhr gestattet. Für längere Vorführungen ist die Begleitung einer erziehungsberechtigten* Person unabdingbar.

16 - 17 Jahre
16- und 17-jährige Filmfreunde dürfen bis 24 Uhr im Kino verweilen. In Begleitung eines Erziehungsberechtigten* entfällt auch dieses zeitliche Limit.

*i. d. R. die Eltern (Mutter oder Vater) oder eine von diesen schriftlich autorisierte Person im Alter von mindestens 18 Jahren (volljährig)

 

Bußgeldvorschriften
"Ordnungswidrig handelt, wer als Person über 18 Jahren ein Verhalten eines Kindes oder einer jugendlichen Person herbeiführt oder fördert" (gilt für Kinder unter sechs Jahren und Jugendliche unter 16 Jahren) und "einem Kind oder einer jugendlichen Person die Anwesenheit bei einer öffentlichen Filmveranstaltung, einem Werbevorspann oder einem Beiprogramm gestattet".   "Die Ordnungswidrigkeit kann mit einer Geldbuße bis zu fünfzigtausend Euro geahndet werden.".   Kein Kavaliersdelikt - das Risiko einer Fehleinschätzung des Alters liegt beim Kino
Es handelt sich demnach nicht um einen Kavaliersdelikt, wenn das Kino Sie als Jugendlichen dennoch unkontrolliert in einen Film mit einer Altersfreigabe lässt, den Sie nicht sehen dürfen. Nach dem Jugendschutzgesetz besteht zwar nur in Zweifelsfällen eine Prüfungspflicht - das Risiko einer Fehleinschätzung des Alters liegt allerdings beim Kino. Der Altersnachweis kann dabei nur mit entsprechenden Ausweispapieren mit Lichtbild erfolgen.

 

FSK-Freigaben

 

FSK ab 0 freigegeben (Altersfreigabe/Jugendfreigabe)

FSK 0 - ab 0 Jahre freigegeben (Freigegeben ohne Altersbeschränkung)

Filminhalt
Inhaltlich sind rasche Problemlösungen und eine stete Wiederherstellung harmonischer Verhältnisse für Zuschauer im Kleinkind- und Vorschulalter wichtig. Ungelöste Konflikte und verstörende Elemente hingegen fördern die nachhaltige Belastung ihres labilen Gemüts. Bedrohlich wirkende Sinneseindrücke, dauerhafte Hektik oder eine unheilvolle Atmosphäre sorgen für Verwirrung und Furcht.

Begründung
Kinder dieser Altersstufe können noch keine Zusammenhänge erfassen; es finden ein direktes Hineinversetzen in die Filmhandlung und eine gänzlich unreflektierte Wahrnehmung gerade präsenter Eindrücke statt. Durch die ganzheitliche Identifikation mit der Leindwandfantasie und den darin gezeigten Charakteren bezieht der kleine Betrachter sämtliche Gefahren und Komplikationen auf sich selbst und verwechselt sie mit der Wirklichkeit.

 

FSK ab 6 freigegeben (Altersfreigabe/Jugendfreigabe)

FSK 6 - ab 6 freigegeben

Filminhalt
Innerhalb dieser Altersgruppe ist von einer Entwicklung auszugehen: Sechs- bis achtjährigen Kindern müssen weiterhin pausenlos eindeutige Konfliktlösungen angeboten werden. Mit zunehmender Reife werden Bedrohungen besser verarbeitet, jedoch ebenfalls nur für einen begrenzten Zeitraum.

Begründung
Speziell jüngere Zuschauer sind nach wie vor einer unstrukturierten Wahrnehmung von Gefühlen ausgesetzt und nehmen emotional gewissermaßen an den ihnen präsentierten Geschehnissen teil. Ab dem neunten Lebensjahr verfeinert sich die Fähigkeit zur Reflexion drastisch; Erfahrungen können nun logisch eingeordnet werden. Es findet ein bewusstes Differenzieren zwischen Erdachtem und Wirklichem statt. Daher sieht sich das herangewachsene Kind nicht länger als Teil der Handlung, sondern verstärkt als neutraler Beobachter.

 

FSK ab 12 freigegeben (Altersfreigabe/Jugendfreigabe)

FSK 12 - ab 12 freigegeben

Filminhalt
Für Zuseher ab 12 Jahren sind auch intensivere Spannungselemente erträglich, ungefilterte Gewaltdarstellungen jedoch in der Regel nicht.

Begründung
Spätestens mit dem Eintritt in die Pubertät sind eine zweifelsfreie Trennung von Fiktion und Realität sowie eine vernünftige Auseinandersetzung mit vormals verwirrenden Impressionen möglich. Gleichsam sind Jugendliche zu dieser Zeit aber auf der Suche nach einer eigenen Persönlichkeit und charakterlich leicht formbar. Das Identifizieren mit anrüchig oder kriminell handelnden Filmfiguren birgt somit das Risiko der Nachahmung. Dagegen gilt die ernsthafte Aufarbeitung sozialer oder politischer Problemfelder als förderlich für die geistige Entwicklung des Betrachters.

 

FSK ab 16 freigegeben (Altersfreigabe/Jugendfreigabe)

FSK 16 - ab 16 freigegeben

Filminhalt
Weiterhin kann sich die glorifizierende Zurschaustellung moralisch verwerflicher und gesetzeswidriger Inhalte (beispielsweise sexistisches oder pornografisches Gedankengut, die Verklärung illegaler Substanzen, Gewaltverherrlichung, extremistische Propaganda sowie faschistisch durchsetzte Ideen) negativ auf den Jugendlichen auswirken.

Begründung
Derartige Botschaften bleiben fragwürdig und oftmals selbst für diese im kritischen Umgang mit komplexen Themenbereichen geübte Zielgruppe unzulässig, sind Zuschauer dieses Alters in ihrer Denk- und Verhaltensweise doch weiterhin stark beeinflussbar.

 

FSK ab 18

FSK 18 - ab 18 (Keine Jugendfreigabe)

Filminhalt
Filmische Stoffe, denen ein bedenklicher Effekt auf die geistige Prägung Minderjähriger nachgesagt wird, erhalten eine Freigabe ausschließlich für ein erwachsenes Publikum.

Begründung
Die Zulassung ab 18 verhindert dabei eine Indizierung des Produkts durch die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPjM). Sollten öffentlich vorgeführte Inhalte allerdings als "schwer jugendgefährdend" und somit als allgemein schädlich eingestuft werden, bleibt ihnen gar das Kennzeichen "FSK ab 18" verwehrt. Selbiges trifft auf Datenträger für den Privatgebrauch (DVD, Blu-ray) zu, falls diesen mindestens eine "einfache Jugendgefährdung" bescheinigt wird.

 

keine FSK (Keine Jugendfreigabe)

Filme, die keine FSK-Kennzeichnung aufweisen, dürfen zwar von Kinos aufgeführt werden, aber ausschließlich für Erwachsene ab 18 Jahre. Das jeweilige Kino trägt dabei das rechtliche Risiko der Aufführung. Sollte sich herausstellen, dass Inhalte des Films als "schwer jugendgefährdend" eingestuft werden, macht sich der Betreiber strafbar und hätte das Werk weder ankündigen noch bewerben dürfen.

 

Weiterführende Links zu den Themen Jugendschutz, Kino, Filme, FSK
- Jugendschutzgesetz (JuSchG)
  - Jugendschutz im Bereich der Medien - § 11 Filmveranstaltungen
  - Ahndung von Verstößen - § 28 Bußgeldvorschriften
- Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (FSK)
- Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPjM)
- Spitzenorganisation der Filmwirtschaft (SPIO)

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Stand: 22.11.2016

 
 
 

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